LM 2015 Skeet und Trap - sv-nussloch.com


Bericht aus der Rathausrundschau Nußloch

Die Schützenanlage in Nußloch ist ein Eldorado der Wurfscheibenschützen.

An zwei Wochenenden fanden die Landesmeisterschaften in den Wurfscheibendisziplinen „Skeet“ und „Trap“ auf dem Gelände des Schützenvereins 1927 Nußloch e.V. statt.

Sichtbarer Beweis der beginnenden, sommerlich schönen und auch heißen Jahreszeit sind bei den Sportschützen die alljährlich stattfindenden Vereins-, Kreis- und Landesmeisterschaften.

So auch an den beiden letzten Wochenenden, bei strahlend schönem Wetter maßen sich die besten Schützen auf Landesebene in den Wurfscheibendisziplinen, sportliches Flintenschießen, Skeet und Trap.

Nach zahlreichen Trainingsläufen konnte man die wettkampfstärksten Schützen aus ganz Nordbaden in den wunderschönen Wurfscheiben-Schießanlagen des Nußlocher Schützenvereins bestaunen, am Samstag, 27.Juni 2015 die Skeet-Schützen und am Freitag/Samstag/Sonntag, 3./4./5.Juli 2015 die Trap-Schützen.

Beide Veranstaltungen waren ein voller Erfolg. Sehr viele Flintenschützen waren nach Nußloch angereist. In mehreren zusammengestellten Rotten (immer 6 Schützen) kämpften die Wettkampfteilnehmer um die nötigen Meisterschaftspunkte, die begehrten Meistertitel und den entsprechenden Medaillen. Geschossen wurde in unterschiedlichen Klassifikationen, nämlich Damenklasse, Schützenklasse, Juniorenklasse, Altersklasse, Seniorenklasse und Mannschaftsklasse, jeweils in der Skeet- und Trap-Disziplin.

Einige der erfolgreichsten Flintenschützen an diesen Wochenenden kamen aus unserer schönen Gemeinde Nußloch und gewannen wieder einmal die vordersten Plätze. Auch in der Mannschaftsklasse, Flinte-Trap belegten die beiden Mannschaften aus Nußloch die Plätze 1 und 3. Die Damenmannschaft aus Pforzheim kam auf Platz 1, die Herrenmannschaft aus Pforzheim belegte Platz 2. Mannschaft 1 aus Nußloch war mit Harald Zahn, Helmut Vetter und Luis Alcniz, Mannschaft 2 aus Nußloch mit Holger Rickert, Christian Fuchs und Horst Biegel vertreten.

Bester Schütze überhaupt bei den Turnieren war Helmut Vetter mit 112 von 125 möglichen Treffern, geschossen in der Seniorenklasse. Helmut Vetter ist ein Nußlocher Schütze, er war bereits zweimal „Deutscher Meister“ und ist damit ein absoluter Ausnahmesportler aus unserer unmittelbaren Heimat.

In der Damenklasse, Flinte-Trap gewann Yvonne Missoum aus dem Schützenverein SG Pforzheim 1450 mit 56 von 75 Treffern den ersten Platz, Weitere Plätze belegten Michaela Nitschke mit 53 Treffern, Agnes Freiberger mit 41 Treffern und Corinna Merwarth mit 38 Treffern, alle aus dem Schützenverein SG Pforzheim 1450. Die Schützen, Frank Waidner und Klaus Merwarth der SG Pforzheim 1450 belegten mit 102 von 125 möglichen Treffern in der Altersklasse, Flinte-Trap Platz 1und 2. Christian Fuchs und Holger Rickert aus Nußloch erzielten in der Schützenklasse, Flinte-Trap 102 bzw. 88 Treffer. In den Seniorenklassen, Flinte-Trap waren aus Nußloch präsent und auch erfolgreich, wie bereits genannt, Helmut Vetter 112 Treffer, Harald Zahn 101 Treffer, Luis Alcaniz 98 Treffer, Horst Biegel 94 Treffer, Uwe Schlageter aus Nußloch, der allerdings für SGi Ketsch schießt, mit 88 Treffern  und Herbert Staudenmaier mit 83 Treffer.  

Bei der Disziplin Flinte Skeet siegte der Schütze Slawomir Nicinski aus dem Verein, Jagd Wiesental  mit 103 von 125 möglichen Treffern. Weitere Schützen der Jagd Wiesental und der SG Karlsruhe 1450, mit immer knapp unter 100 Treffern, waren ebenfalls sehr erfolgreich. Auch bei dieser Disziplin war auch unser Ausnahmeschütze Helmut Vetter mit 75 und Uwe Schlageter mit 67 Treffern präsent.

Unsere herzlichen Glückwünsche gelten allen Schützen aus Pforzheim, Karlsruhe, Odenheim, Sandhausen, Brühl, Dielheim, Wiesental, Ketsch und Nußloch. Dank der hohen Punktezahl sind mit Sicherheit einige Flintenschützen zur Deutschen Meisterschaft in München qualifiziert. Auf unserem 1. Bild sind fast alle beteiligten Trapschützen zu sehen.

Sehr zufrieden zeigten sich der Landesschützenmeister Roland Wittmer, Landesreferent Wurfscheibe, Frank Waidner (beide vom Badischen Sportschützenverband 1862 e.V. Leimen), Oberschützenmeister Jens Höchst und Schützenmeister sowie Wurfscheibenreferent Helmut Vetter (beide vom Schützenverein 1927 Nußloch e.V.). Als äußerer Beweis ist ersichtlich, dass jedes Jahr so viele recht zufriedene Schützen zu uns nach Nußloch kommen, um sich in den diversen Schießsportdisziplinen zu messen und somit die langjährige Tradition des Deutschen Schießsports weiter zu führen. So kann der Bevölkerung positiv vermittelt werden, wie schön, ungefährlich und vielseitig das sportliche Schießen doch sein kann. Letztendlich wird dadurch auch die Gemeinde Nußloch im weiteren Umkreis bekannter und beliebter, denn alle Sportler und Besucher der Nußlocher Schützenanlage sind mit dem angenehmen Ambiente in Nußloch sehr zufrieden.

Bei einer Skeetanlage sind 7 Schützenstände sind in einem Halbkreis angeordnet. Stand 8 befindet sich auf einer gedachten Linie zwischen Hoch- und Niederhaus. Beim Skeetschießen gilt es Einzelscheiben und /oder Dubletten zu beschießen und auch zu treffen. Ein Timer sorgt für einen zeitverzögerten Wurfscheibenabwurf. Beim Abruf muss der Schütze seine Flinte mit dem Schaft an der Hüfte halten. Erst beim zeitverzögerten Erscheinen der Wurfscheibe darf er mit der Flinte in Anschlag gehen. Auf jede Wurfscheibe darf nur ein Schuss abgegeben werden. Nach jedem Schuss begibt sich der Schütze auf den danebenliegenden Standplatz und wandert so durch die gesamte Skeetanlage. Beide Maschinen werden auf Wurfweiten von 65 Meter und eine Höhe von 4,60 Meter, im Kreuzpunkt der Wurfscheibe  zwischen Hoch- und dem Niederhaus fest eingerichtet. Seit 1968 ist das Skeetschießen olympischer Wettbewerb.   

Beim Trap-Schießen werden im frei wählbaren Anschlag, in 6-Rotten (eine Rotte besteht immer aus 6 Schützen), Serien zu je 25 Wurfscheiben geschossen. Jeder Schütze löst durch Abrufen in ein Mikrofon elektroakustisch seine Wurfscheibe aus. Die Schützenstände liegen 15 Meter hinter der Bunkerkante und mit Abstand von 3 Metern in einer Reihe nebeneinander. Im Bunker sind unter Erdniveau jedem Schützenstand drei Wurfmaschinen zugeordnet. Bei 5 Schützenständen sind also insgesamt 15 Wurfscheibenmaschinen in Betrieb. 5 Schützen stellen sich nebeneinander auf die 5 Schützenstände, der 6. Schütze einer Rotte steht in Wartestellung hinter dem Schützenstand 1. Nach dem Laden der Waffe, der mentalen Endkonzentration, dem akustischen Abrufen der Wurfscheibe, dem Schießen und (hoffentlich) Treffen der Wurfscheibe und Entladen der Waffe wird auf den rechts danebenliegenden Schießstand gewechselt. Diese Reihenfolge wird bis zum Ende der Serie fortgesetzt. Nach einem, in der Sportordnung festgelegtem Wurfschema werden die einzelnen Maschinen im Zufallsprinzip durch Abrufen jedes einzelnen Schützens ausgelöst.

Flintenschützen müssen über eine sehr gute Wahrnehmung verfügen und benötigen eine schnelle, nahezu perfekte Konzentrationsfähigkeit und eine ausgeprägte Mentalsteuerung ihrer Bewegungsabläufe. Aber, ein riesengroßer Vorteil, eigentlich kann das Flintenschießen bis ins hohe Alter betrieben werden.

Als Sportgerät dient in der Regel eine Bockdoppelflinte (2 Läufe untereinander, aus denen nacheinander geschossen werden kann) auch als zweiläufige Einzellader-Kipplaufflinte (Schrotflinte) bekannt. Vereinzelt kommen auch Flinten als halbautomatische Modelle mit Magazin zum Einsatz.

Im Gegensatz zu einer Büchse oder einem Gewehr mit Zügen und Feldern im Lauf, haben Flinten innen absolut glatte Läufe.

Was Zuschauer und Schützen gleichermaßen schätzen ist die unmittelbar erkennbare Wertung und das sofort sichtbare Ergebnis, wenn nach dem Schuss sichtbar ein Stück der Wurfscheibe abspringt ist es ein Treffer. Im Idealfall zerplatzt die beschossene und getroffene Wurfscheibe in unzählig kleine Teile, dann sehr leicht als Treffer erkennbar. Bei diesen Landesmeisterschaften wird in insgesamt 5 Durchgängen auf 125 Wurfscheiben (Damen auf in 3 Durchgängen, insgesamt 75 Wurfscheiben) geschossen.

Das Zielobjekt ist eine tellerförmige, meist knallrote Wurfscheibe mit einem Durchmesser von 110 mm, einer abgestuften Höhe von 25 mm und einem Gewicht von 105 g.

Trapschießen ist seit dem Jahre 1900 eine olympische Disziplin.   

 

Die genaue Punktezahl, Platzwertungen und Plazierungen werden auf der Homepage des BSV Leimen veröffentlicht.

 

Wolfgang Fehr –Schriftführer-