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Landesmeisterschaften in der Wurfscheibendisziplin „Trap“ am Wochenende 06./07.07.2013 auf dem Schützengelände in Nußloch (Bilder)

 

Sichtbarer Beweis der beginnenden, sommerlich schönen und auch heißen Jahreszeit sind bei den Sportschützen die alljährlich stattfindenden Vereins-, Kreis- und Landesmeisterschaften.

So auch am letzten Wochenende, bei strahlend schönem Wetter maßen sich die besten Schützen auf Landesebene in der Trap- Wurfscheibendisziplin (sportliches Flintenschießen).

Nach zahlreichen Trainingsläufen die bereits am Freitag- Nachmittag begannen, konnte man am Samstag und Sonntag die wettkampfstärksten Schützen aus ganz Nordbaden in der wunderschönen Wurfscheiben-Schießanlage des Nußlocher Schützenvereins bestaunen.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Sehr viele Schützen waren nach Nußloch angereist. Einige der Schützen übernachteten sogar in Nußloch und der näheren Umgebung. In mehreren zusammengestellten Rotten (immer 6 Schützen) kämpften die Wettkampfteilnehmer dann am Wochenende um die nötigen Meisterschaftspunkte und die begehrten Meistertitel und die Medallien. Geschossen wurde in unterschiedlichen Klassen, so z.B. Damenklasse, Schützenklasse, Altersklasse oder Seniorenklasse.

Einige der erfolgreichsten Trapschützen an diesem Wochenende kamen logischerweise wieder aus unserer schönen Gemeinde Nußloch und gewannen immer die vordersten Plätze.

Schützenklasse: Frank Geigenmüller mit 112 und David Garcia mit 91 von 125 Treffern, Altersklasse: Thilo Theis mit 100, Holger Rickert mit 98 und Stefan Götz mit 97 von 125 Treffern, Seniorenklasse 1: Helmut Vetter 106 von 125 Treffern, Seniorenklasse 2: Luis Alcaniz mit 106, Harald Zahn mit 105 und Herbert Staudenmaier mit 81 von 125 Treffern.

Bei den Mannschaftswertungen errungen ebenfalls die 2 Nußlocher Mannschaften die besten Plätze.

Bei den Damen gewann Yvonne Missoum aus dem Schützenverein SG Pforzheim 1450 (1.+ 2. Bild in der Bildergalerie zeigt die Sportlerin mit unserem Schützenmeister und Wurfscheibenreferenten Helmut Vetter)  mit 56 von 75 Treffern den ersten Platz.

Schützen aus Pforzheim, Karlsruhe, Wiesental, Ketsch und logischerweise aus Nußloch waren am Start.

Wir sind glücklich, so der Nußlocher Oberschützenmeister, Rolf Lauer, dass so viele zufriedene Schützen jedes Jahr zu uns nach Nußloch kommen, um sich in den diversen Schießsportdisziplinen zu messen und somit die langjährige Tradition des Deutschen Schießsports weiter zu führen. So kann der Bevölkerung positiv vermittelt werden, wie schön, ungefährlich und vielseitig das sportliche Schießen doch sein kann. Letztendlich wird dadurch auch die Gemeinde Nußloch im weiteren Umkreis bekannter und beliebter, denn alle Sportler und Besucher der Nußlocher Schützenanlage sind mit dem angenehmen Ambiente in Nußloch recht zufrieden. Schützenmeister Helmut Vetter, ebenfalls aus dem Nußlocher Schützenverein brachte es kurz und bündig auf den Punkt, wir waren alle Klasse, sportlich und organisatorisch ist alles für Nußloch wunderbar gelaufen. Wir haben alles erreicht und sind äußerst zufrieden. Helmut Vetter muss es ja wissen, er war als Nußlocher Schütze bereits zweimal „Deutscher Meister“ und damit ein absoluter Ausnahmesportler aus unserer unmittelbaren Heimat.

Beim Trapschießen werden im frei wählbaren Anschlag, in 6-Rotten (eine Rotte besteht immer aus 6 Schützen), Serien zu je 25 Wurfscheiben geschossen. Jeder Schütze löst durch Abrufen in ein Mikrofon elektroakustisch seine Wurfscheibe aus. Die Schützenstände liegen 15 Meter hinter der Bunkerkante und mit Abstand von 3 Metern in einer Reihe nebeneinander. Im Bunker sind unter Erdniveau jedem Schützenstand drei Wurfmaschinen zugeordnet. Bei 5 Schützenständen sind also insgesamt 15 Wurfscheibenmaschinen in Betrieb. 5 Schützen stellen sich nebeneinander auf die 5 Schützenstände, der 6. Schütze einer Rotte steht in Wartestellung hinter dem Schützenstand 1. Nach dem Laden der Waffe, der mentalen Endkonzentration, dem akustischen Abrufen der Wurfscheibe, dem Schießen und (hoffentlich) Treffen der Wurfscheibe und Entladen der Waffe wird auf den rechts danebenliegenden Schießstand gewechselt. Diese Reihenfolge wird bis zum Ende der Serie fortgesetzt. Nach einem, in der Sportordnung festgelegtem Wurfschema werden die einzelnen Maschinen im Zufallsprinzip durch Abrufen jedes einzelnen Schützens ausgelöst. Jede Wurfscheibenmaschine ist so justiert, dass sie in einem unterschiedlichen horizontalen und vertikalen Winkelbereich abschießt. Jeder Wurfscheibenschütze der 5 Schützenstände muss sich also auf das Treffen und Abschießen von, nach rechts fliegenden Wurfscheiben (Winkel von 15 - 450), geradeaus fliegenden Wurfscheiben (Winkel von 0 - 150) oder nach links fliegenden Wurfscheiben (Winkel von 15 - 450) geistig und mental einstellen und seine Waffe zielgenau nachführen.

Die Wurfhöhe variiert zwischen 1,5 - 3,5 Meter. Alle Maschinen werden auf eine Wurfweite von 76 Metern eingestellt und vor dem Wettkampf entsprechend vermessen.

Eine doch recht verzwickte Aufgabe für den einzelnen Schützen, bedenkt man, dass Anfangsgeschwindigkeiten der Wurfscheiben von bis zu 80 km/h erreicht werden können. Flintenschützen müssen über eine sehr gute Wahrnehmung verfügen und benötigen eine schnelle, nahezu perfekte Konzentrationsfähigkeit und eine ausgeprägte Mentalsteuerung ihrer Bewegungsabläufe. Aber, ein riesengroßer Vorteil, eigentlich kann das Flintenschießen bis ins hohe Alter betrieben werden.

Alle Maßangaben sind in der Sportordnung des Deutschen Schützenbundes standardisiert und die Wettkampfeinstellungen in 9 verschiedenen Schemen verbindlich vorgegeben. Auf jede Wurfscheibe können 2 Schüsse abgegeben werden. Als Sportgerät dient in der Regel eine Bockdoppelflinte (2 Läufe untereinander, aus denen nacheinander geschossen werden kann) auch als zweiläufige Einzellader-Kipplaufflinte (Schrotflinte) bekannt. Sie dürfen das Kaliber 12 nicht überschreiten. Vereinzelt kommen auch Flinten als halbautomatische Modelle mit Magazin zum Einsatz.

Im Gegensatz zu einer Büchse oder einem Gewehr mit Zügen und Feldern im Lauf, haben Flinten innen absolut glatte Läufe. Es werden grundsätzlich Patronen mit einer Schrotvorlage von 24 g und einem maximalen Kugeldurchmesser von 2,6 mm verwendet.

Was Zuschauer und Schützen gleichermaßen schätzen ist die unmittelbar erkennbare Wertung und das sofort sichtbare Ergebnis, wenn nach dem Schuss sichtbar ein Stück der Wurfscheibe abspringt ist es ein Treffer. Im Idealfall zerplatzt die beschossene und getroffene Wurfscheibe in unzählig kleine Teile, dann sehr leicht als Treffer erkennbar. Bei dieser Landesmeisterschaft wird in insgesamt 5 Durchgängen auf 125 Wurfscheiben (Damen auf in 3 Durchgängen, insgesamt 75 Wurfscheiben) geschossen.

Der Begriff „Trap“ kommt aus dem Englischen und bedeutet auf Deutsch, Falle oder Käfig. Früher verwendete man lebende Tauben die zum Abschuss aus den Käfigen freigelassen wurden. Logischerweise verwendet man heute nicht mehr den Namen, Taube sondern den materiellen Begriff, Wurfscheibe. Das heutige Zielobjekt ist eine tellerförmige, meist knallrote Wurfscheibe mit einem Durchmesser von 110 mm, einer abgestuften Höhe von 25 mm und einem Gewicht von 105 g.Trapschießen ist seit dem Jahre 1900 eine olympische Disziplin.

Einen besonderen Dank gilt den zahlreichen Helfern des Schützenvereins die es ermöglichten die Veranstaltung reibungslos zu organisieren. Nur ein Name von den vielen Helfern sei erwähnt, Uwe Schlageter ist immer dabei, wenn Hilfe benötigt wird.

 

Bericht aus der Nußlocher Rathausrundschau

 

Diese Zeilen sollen auch den Laien verständlich erklären wie das Flintenschießen in der Disziplin Trap abläuft.


 

Wolfgang Fehr -Schriftführer-

 



 
 
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